Ausbildung darf nicht zum Opfer der Haushaltskonsolidierung werden

Wir GRÜNEN kritisieren geplante Kürzungen bei den Ausbildungsplätzen der Stadtverwaltung

Die Stadt Siegburg steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Für die GRÜNEN ist jedoch klar: Bei der Ausbildung junger Menschen darf der Rotstift nicht angesetzt werden. Denn wer heute an Ausbildung spart, muss sich morgen fragen, woher die dringend benötigten Fachkräfte kommen sollen.

Noch im Juni dieses Jahres hatte der Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss 16 Ausbildungsplätze für das Jahr 2027 freigegeben. Die Stadtverwaltung begründete die Ausbildungsstrategie ausdrücklich damit, dem Fachkräftemangel begegnen und den bevorstehenden Ruhestand der geburtenstarken Jahrgänge ausgleichen zu wollen – „mit Ausbildung und Übernahme“. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 42 Menschen in Ausbildung bei der Stadtverwaltung.

Nun steht im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Frage im Raum, diese Ausbildungsplätze wieder zu streichen.

Für die GRÜNEN ist das ein Widerspruch, der erklärt werden muss. „Wir können nicht auf der einen Seite feststellen, dass uns Fachkräfte fehlen und in den kommenden Jahren viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen, und auf der anderen Seite genau dort kürzen, wo wir unseren eigenen Nachwuchs gewinnen“, so die Fraktion.

Dabei geht es nicht nur um Personalplanung. Ausbildungsplätze bei der Stadt sind auch konkrete Chancen für junge Menschen in Siegburg und der Region. Die für 2027 vorgesehenen 16 Plätze umfassen unter anderem drei Ausbildungsplätze für Verwaltungsfachangestellte, sechs Plätze für die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher und vier Plätze für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter.

Aus Sicht der GRÜNEN ist Ausbildung deshalb eine Investition in die Zukunft der Stadt. Wer dauerhaft auf qualifiziertes eigenes Personal angewiesen ist, sollte den Nachwuchs nicht erst dann suchen, wenn Fachkräfte bereits fehlen. Die Stadt selbst hat in ihrer Personalstrategie den Zusammenhang zwischen Ausbildung, Übernahme, Fachkräftesicherung und dem demografischen Wandel hergestellt.

„Haushaltskonsolidierung bedeutet, Prioritäten zu setzen. Wir sind dafür, genau hinzuschauen, wo Einsparungen möglich sind. Aber bei der Ausbildung junger Menschen und damit bei der Fachkräftesicherung der kommenden Jahre müssen wir sehr genau hinschauen, bevor wir kürzen“, betont die Fraktion.

Die GRÜNEN wollen deshalb in der Beratung des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschusses wissen, welche Auswirkungen die geplanten Kürzungen auf die Personalentwicklung der Stadt haben und wie der künftige Fachkräftebedarf gedeckt werden soll.

Denn eine Stadt braucht nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt. Sie braucht auch Menschen, die sie morgen gestalten und am Laufen halten.

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