ECE ist nicht die Lösung

Nach der Informationsveranstaltung zur Entwicklung des Einzelhandels in der Innenstadt Siegburg fühlen sich die Grünen in ihrer Kritik bestätigt (siehe auch Anlage, Grüne Zeitung vom August 2009, Auflage 15.000). Die beabsichtigte ECE Galerie ist nicht die Lösung der Einzelhandelsprobleme der Siegburger Innenstadt. Siegburg hat einen Bedarf an größeren Ladenflächen um größere Ketten wie H&M für Junge Mode nach Siegburg zu locken. Diesem Bedarf wird ECE nur mit zwei großen Ladenflächen nicht gerecht. Stattdessen schafft die Galerie 60 neue kleine Ladenflächen in der Innenstadt, wozu es laut Einzelhandelskonzept keinen Bedarf gibt. Ein Verdrängungswettbewerb zu Lasten der gewachsenen Einzelhandelsstruktur in der Innenstadt ist damit vorprogrammiert.
Mit dem Kauf des Allianzparkplatzes steht sicher fest, dass ECE mit Rückendeckung der CDU-Mehrheit das Rennen machen wird und einen Einkaufstempel mit 16.000 m2 mitten in die Stadt setzen wird. Alle Beteuerungen, dass das Rennen noch offen sei, sind nur Beschwichtigungsversuche, um den möglichen Unmut der Bevölkerung nicht schon zur Landtagswahl spüren zu müssen.

Die Grünen sind enttäuscht, dass nur noch ECE übrig geblieben ist. Es gab auch Investoren, die mehrere größere Ladenflächen über die Innenstadt verteilt realisierten wollten und damit dem Bedarf an größeren Ladenflächen eher entgegengekommen wären, ohne die Innenstadt in ihrer Gesamtstruktur zu verändern.

Obwohl Siegburg eine gute Einzelhandelsstruktur aufweist und nur ein Fehlbedarf in wenigen Segmenten aufweist, wird ECE die bestehende Struktur massiv verändern. Das noch keine Ratsvorlage mit einem konkreten Beschlussentwurf zum ECE den Ratsmitgliedern bislang vorliegt, aber schon am kommenden Donnerstag entschieden werden soll, ist ein unmögliches Verfahren. Das wird der für Siegburg historischen Entscheidung nicht gerecht.

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